Am Mühlgraben 10

Aus Baugeschichte
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Österreich » Steiermark » Graz » 8041

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47° 1' 39", 15° 27' 41"


Ehem. Egger-Mühle

Auf der sog. Adler-Karte des Grazer Feldes von 1878/79 sind alle drei Liebenauer Mühlen eingezeichnet: die Liebenauer oder Friedl-Mühle (1), die Stanglmühle (2) und die Eggermühle (3). Der Standort der letztgenannten Mühle konnte dadurch mit der heutigen Adresse Am Mühlgraben 10 lokalisiert werden.

Im Lexikon der Steiermark von Schmutz (1820) heißt es zu Engelsdorf u.a.: "Die gleichnahmige Gült hat ihre Unterthanen in Engelsdorf und Liebenau; ihr dermahliger Besitzer ist Joseph Egger. Diese Gült gehörte vorher den Dominikanerinnen zu Gratz. Hier ist eine bedeutende Mühle an einem Murarm. Im R. St. heißt dieses Dorf Engelhärtsdorf." Das bedeutet, dass dieses Dorf schon 1265 im "Rationarium Styriae" verzeichnet ist.

In die (zweite) Gründungsurkunde für die Grazer Universität hat Erzherzog Ferdinand II. am 1. Jänner 1602 folgende Widmung eingefügt: "Die Mühle in Engelsdorf, von Thomas Pelzhofer erkauft, zu deren Grundstücken wir noch hinzugeben alle Auen der Mühle öst- und westlich bis zum Murflusse, gegen Mittag und Norden aber von der Mühle des Johannes Harrer und der Waldung Peter Casals gelegen." (Muchar, Universität).

In einem Verzeichnis von 1878 wird Franz Egger, Müllermeister in Engelsdorf genannt.

Welche der hier genannten Mühlen nun als die im Plan gekennzeichneten zu sehen sind, ist noch nachzuholen.

Die Besitzer der Mühle (zur Verwandtschaft gehörte auch die Stanglmühle) hatten - nach eigenen Angaben - vor etlichen Jahren geplant, das Mühlengebäude mit dem Wohnhaus zu sanieren und dafür um Mittel vom Revitalisierungfonds angesucht. Die dabei erteilten Auflagen machten das Projekt aber unrealisierbar. im Zuge des "Steirischen Herbst" 2015 kam das Anwesen als "Wondrakmühle" und der in der Zwischenzeit von den Besitzern errichtete Neubau knapp östlich des alten Gebäudes noch einmal als Kultur-Schauplatz zu Ehren.

Kommentare

Im April des Jahres 2016 wurde die alte Mühle von der Stadtgeschichtsforschung "geortet" und rasch fotografiert und dokumentiert. Kurz danach haben die Besitzer um Abbruch des Objektes angesucht, was im Mai 2016 zum tatsächlichen Abriss führte.

Einzelnachweise