Kaiser-Franz-Josef-Kai 36

Aus Baugeschichte
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Österreich » Steiermark » Graz » 8010

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47° 4' 29", 15° 26' 7"


Zweigeschossiges Renaissancehaus, das mit seinem markanten, breitgelagerten und tief über eine ehemalige Reiche herunter reichenden Schopfwalmgiebel wesentlich das charakteristische Erscheinungsbild der Kai-Häuserzeile bestimmt. Es wurde in der 2.Hälfte des 16.Jhs. mit Hofgebäuden errichtet. Der erste Besitzer, Hans Mitermülner, wurde schon 1596 genannt, später war das Haus im Besitz von Lederern.



Kommentare

Trotz mehrfacher Pressemeldungen und zahlreichen Bürger-Interventionen beim BDA, der ASVK und den Grazer Stadtpolitikern ist das dringend renovierungsbedürftige, denkmalgeschützte Haus, das in der Weltkulturerbe-Kernzone liegt, bisher noch nicht restauriert worden. SOKO Altstadt hat sich mit dem Besitzer ins Einvernehmen gesetzt, um eine Lösung zu erreichen. Der Verlust dieses Gebäudes, mit seinem interessanten Hofgebäuden, Durchgängen, Treppen und Gewölben wäre eine echte Schande für die Welterbestadt Graz (Laukhardt 2011).

Nachdem SOKO Altstadt gemeldet hatte, dass im Inneren des Gebäudes Arbeiten begonnen hätten, erhielten wir vom Bundesdenkmalamt und der Baubehörde am 3.9.2014 die erfreuliche Mitteilung, dass es nach einem Eigentümerwechsel vorerst lediglich um Entrümpelungsarbeiten handle und es unter Aufsicht des Denkmalamtes zur Adaptierung des alten Hauses kommen werde. Laukhardt (Diskussion) 10:02, 3. Sep. 2014 (CEST)

Die ersten konkreten Auskünfte über die zukünftige Nutzung besagen, dass es im Erdgeschoß Gastronomie geben soll, während die übrigen Teile des Komplexes für Wohnzwecke adaptiert werden sollen. Laukhardt (Diskussion) 20:03, 8. Jan. 2015 (CET)

Die Bauverhandlung am 6.12.2017, an der SOKO Altstadt als Zaungast zugegen war, erlaubt folgende Annahmen: Durch die Umgestaltung für Hotelzwecke wird das für den 3. Sack charakteristische Haus teilweise der Öffentlich zugänglich gemacht. Die vorhandene Bausubstanz des denkmalgeschützten Hauptbaus wird erhalten und saniert. Die straßenseitige Fassade wird durch wieder eingesetzte Fensterläden eindeutig aufgewertet, ebenso wird der zentrale Hauptgang von Zwischenmauern befreit und dadurch bedeutend besser zur Geltung kommen. Die Zugänglichkeit wird durch den sehr gut integrierten Lift gewährleistet. Ab dem Schwibbogen zwischen Hauptbau und "Stöckl", der offensichtlich erhalten bleibt, ist allerdings neue Architektur zur Stelle und wird den ehemaligen Charme des Hinterhofes nicht bewahren können. Es ist bedauerlich, dass beim Hofgebäude die "Pawlatschen" (der offene hölzerne Balkongang) der Erhöhung der Nutzfläche weichen müssen. Schade auch, dass die beiden neu aufgesetzen Geschosse und Dächer mit ihrer Y-Form auf dem Hofgebäude (das derzeit dem Schloßbergbahn-Haus eine hohe Feuermauer zuwendet), auf dem freistehenden "Stöckl" und auch auf dem neu dazu kommende kleine Gebäude auf der oberen Terrasse die Welterbe-Dachlandschaft stören werden, obwohl sie in Ziegelplatten ausgeführt werden; dass man vom Felsensteig auf diese Dächer wird sehen können, wurde vielleicht nicht richtig gewürdigt. Diese architektonischen Elemente ("Felsbrocken") wurden aber von der ASVK lt. Gutachten im Bauakt gut geheißen. Das Denkmalamt hingegen hat lt. Aussage der Architektin nur das unter Schutz gestellte Vordergebäude zu beurteilen, davon liegt uns kein Gutachten vor. Ob es auch eine Stellungnahme der Welterbe-Stelle der Stadtbaudirektion gibt, ist uns nicht bekannt.

Laukhardt (Diskussion) 14:25, 15. Dez. 2017 (CET)

Einzelnachweise