Kategorie:Andreas-Hofer-Platz

Aus Baugeschichte
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Ehemaliger Fischplatz

Der Andreas-Hofer-Platz, der ehemalige Fischplatz, ist in seiner heutigen Form weniger das Produkt gezielter Stadtplanung, als vielmehr eine durch den Abriss älterer Bauten entstandene großflächige „Baulücke“. Bis 1934 stand in der Platzmitte die im 17. Jh. entstandene barocke Kirchen- und Klosteranlage der Karmelitinnen, die nach der Säkularisierung unter Kaiser Joseph II. als ärarisches Monturdepot (Sammelort militärischer Kleidung) verwendet worden war. Kurz vor dem Abriss war am Andreas-Hofer-Platz 15 das Stadtwerke-Gebäude, einer der wichtigsten Bauten der Zwischenkriegsmoderne in Österreich, nach Plänen von Rambald Steinbüchel-Rheinwall errichtet und 1933 fertig gestellt worden. Das Gebäude an der Ecke Andreas-Hofer-Platz 18 - Marbuergerkai , die ehemalige Postdirektion, wurde um 1930 von Otto-Wagner-Schüler Leopold Hoheisel entworfen. Das ganze 20. Jahrhundert hindurch bis heute war der Platz immer wieder Gegenstand von städtebaulichen Projekten, so war er 1998 sogar als Standort des Grazer Kunsthauses im Gespräch. 1912 wurde ein Wettbewerb für den Bau einer Handels- und Gewerbekammer ausgeschrieben, der das ehemalige Kloster ersetzen sollte. 1935 wurde eine moderne Städtische Markthalle geplant, die das freie Terrain einnehmen sollte. Ein besonders interessantes, großstädtisches Projekt dazu von Herbert Eichholzer und Viktor Badl ist überliefert. Statt einer Verbauung wurde der Platz aber zu einem Busbahnhof. 1958-61 wurde die Baulücke durch einen überdimensionierten Neubau für den Fernmelde- und Postautodienst verbaut (heute Immorent-Gebäude, 2004 saniert); im Erdgeschoss dieses Objektes befand sich eine Halle mit Kartenschalter, Gepäckaufbewahrung, Imbißstube und Toiletten. Unter dem Paradigma der autogerechten Stadt entstand in den 1960er-Jahren - ziemlich gleichzeitig mit der neuen Tegetthoffbrücke - eine zentrumsnahe Tiefgarage, deren Lichtmast mit polygonalem Abschluss bis heute dem Platz als zentraler Blickpunkt dient" (Nach: Antje Senarclens de Grancy für www.gat.st, ergänzt von P. Laukhardt). Die Bus-Bahnsteige wurden neu geordnet, Damit war vorher teilweise durch Bäume begrünte "Platz" eigentlich schon verschwunden. Der 2013 entschiedene Wettbewerb sieht eine Total-Überbauung des Platzes vor; damit hat gleichzeitig die Stadtplanung den ehemaligen Busbahnhof aufgegeben.

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